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Depressionen: mehr als „nur“ eine Phase

Jeder der Depressionen hatte oder hat, bekam mindestens einmal einen der folgenden Sätze zu hören: „Lächle doch mal, dann geht es dir besser.“ oder „Stell dich doch nicht so an, anderen Menschen geht es viel schlechter.“ und „Du lächelst doch, also kannst du keine Depressionen haben.“ Warum diese Aussagen falsch sind und welchen Schaden sie anrichten können, möchte ich hier im Artikel erklären. Ich werde außerdem beschreiben, was Depressionen sind und wie man als Außenstehender am besten mit einem Freund oder Verwandten umgeht, der betroffen ist.

Was sind Depressionen?

Menschen mit Depressionen, leiden unter einer anhaltenden Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit. Das ganze wird von einem negativen Selbstbild begleitet, dass sich zu reinem Selbsthass entwickeln kann. Das hat nichts mit den Phasen von Trauer, Mutlosigkeit oder Erschöpfung zu tun, die jeder manchmal hat. Diese Phasen gehen von alleine vorüber, sobald man nicht mehr unter Stress steht oder den Verlust einer Person verarbeitet hat. Eine unbehandelte Depression dagegen bessert sich in der Regel nicht von selbst. Jeder kann davon betroffen sein, weil sie unterschiedliche Ursachen hat. Wenn es in der Familie Fälle von Depressionen gab, können Nachkommen eine genetische Veranlagung dazu haben. Es können aber auch äußere Faktoren eine Ursache sein. Zum Beispiel traumatische Erlebnisse in der Kindheit, oder der Verlust einer Nahestehenden Person. Jeder dritte Mensch entwickelt im laufe seines Lebens Depressionen. In Deutschland sind derzeit 11,3 % Frauen und 5,1 % Männer erkrankt.

Symptome: Folgende Symptome können auftreten, müssen es aber nicht. Sie können auf verschiedene Erkrankungen hindeuten und ersetzen keine Diagnose von einem Arzt. Falls ein oder mehrere Symptome bei dir vorhanden sind, setz dich bitte mit deinem Hausarzt in Verbindung. Ich werde am Ende des Artikels ein paar Seiten verlinken, wo du dich informieren oder dir Hilfe suchen kannst.

  • Stimmungstiefs und das Gefühl einer inneren leere.
  • Zukunftsängste
  • Negatives Gedankenkarussell (Betroffene können Stundenlang nicht aufhören, an bestimmte negative Situationen zu denken und gehen die Erinnerung in Gedanken immer wieder durch.)
  • Schlafstörungen (Betroffene können trotz Müdigkeit nur schlecht schlafen oder schlafen zu viel. Generell verändert sich das Schlafverhalten auf eine sehr ungesunde Art.)
  • Gestörtes Essverhalten (Betroffene leiden entweder unter Appetitlosigkeit oder an zügellosem Appetit/ Hunger.)
  • Interessenverlust und Antriebslosigkeit
  • Selbsthass
  • Selbstisolierung (Vermeiden von anderen Menschen)
  • Suizidgedanken (Betroffene haben das Gefühl, dass ihr Leben keinen Sinn mehr hat.)

„Ich habe mich immer mehr zurück gezogen und mich gehen lassen. Mit mühe habe ich es geschafft für mein Studium zur Uni zu fahren. Doch für alles andere hatte ich keine Kraft.“ Zitat einer betroffenen Person.

Behandlung von Depressionen:

Medikamente: Für die Behandlung werden Antidepressiva benutzt. Sie wirken auf Ungleichgewichte der Botenstoffe im Gehirn. Botenstoffe sind chemische Stoffe die der Kommunikation zwischen den Nervenzellen des Gehirns dienen. Eines dieser Botenstoffe ist das Serotonin. Dieser Botenstoff beeinflusst unter anderem die Stimmungslage. Außerdem wirkt Serotonin beruhigend und senkt die Impulsivität und Aggressionen. Antidepressiva sollen die Botenstoffe wieder ins Gleichgewicht bringen.

Psychotherapie: In einer Therapie werden die Ursachen der Depressionen ergründet. Der Therapeut sprich mit dem Patienten über frühere Ereignisse, die die Depressionen ausgelöst haben können. Sie lernen in der Therapie, wie sie mit bestimmten Situationen umgehen können. Dazu gehört auch, sich regelmäßig zu bewegen und in die Sonne zu gehen. Oft wird die Psychotherapie mit der Einnahme von Medikamenten kombiniert.

Wie verhalte ich mich Betroffenen gegenüber?

Wenn dir jemand erzählt, dass er oder sie Depressionen hat, nimm ihn/sie bitte ernst. Sätze wie oben erwähnt: „Stell dich nicht so an…“ oder „Du siehst gar nicht depressiv aus.“ helfen nicht. Sie sorgen eher dafür, dass sich die betroffenen Personen nicht verstanden oder ernst genommen fühlen. Dadurch können die Depressionen schlimmer werden. Nicht jedem Menschen sieht man an, wie es ihm geht. Auch depressive Menschen lächeln und können „gute“ Tage haben. Und auch wenn jemand sagt, dass er nicht mehr leben will und sich umbringen wird. Nimm es ernst. Nicht alle Menschen sagen so etwas „nur um Aufmerksamkeit zu bekommen.“ Es gibt genug Fälle, in denen Menschen ihren Selbstmord mehrmals ankündigten und es dann auch taten. Also wenn jemand zu dir kommt und sich dir anvertraut, dann höre ihm zu und nimm ihn ernst. Frage die Person, wie oder ob du ihr irgendwie helfen kannst. Bzw. ob du etwas für sie tun kannst. Aber dränge der betroffenen Person deine Hilfe nicht auf. Manchmal reicht es auch, wenn du der betroffenen Person einfach das Gefühl gibst, dass du für sie da bist.

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Depression https://www.aok-bv.de/imperia/md/aokbv/presse/pressemitteilungen/archiv/2018/07_faktenblatt_depressionen.pdf

Es gibt verschiedene Hilfs- bzw. Beratungsangebote, bei denen ihr euch anonym und kostenfrei melden könnt:

  • Telefonseelsorge: 0800-1110111 oder 0800-1110222 (www.telefonseelsorge.de ; man kann hier auch chatten!)
  • Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“: 116111 (Beratungszeiten und weitere Infos unter www.nummergegenkummer.de )
  • Bei akuter (Suizid) Gefahr ruft direkt die 112 oder fahrt selbst in die Notfall-Aufnahme einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie; ihr könnt auch rund um die Uhr den psychiatrischen Bereitschaftsdienst unter der Tel.: 116 117 anrufen.
  • Deutsche Angst-Selbsthilfe: https://www.angstselbsthilfe.de
  • Ehe-, Jugend-, und Familienberatungsstellen: https://www.dajeb.de
  • Frauen gegen Gewalt: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de...